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24  Werkstatt
25  Toilette
26  Waschraum
27  Vorrat Flammenwerfer
28  Wasservorratsraum
29  Ruheraum
30  Ruheraum
31  Küche
32  Flur
33  Sanitätsdepot
34  Kraftstoffraum
35  Geschäftszimmer
36  Flur
37  Munitionsraum
38  Vorratsraum Küche
39  Sanitätsraum
40  Ruheraum
41  Ruheraum
42  Maschinenraum/Brunnenstube
43  Tiefbrunnen

Das Treppenhaus. Die Geländer konnten ganz einfach abmontiert werden um den Transport von sperrigen Gegenständen ins Untergeschoß zu ermöglichen.


Im Treppenhaus befindet sich das einzige erhaltene Stück Rohrleitung der Lüftung. Es konnte dort nicht ausgebaut werden.

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Die Toiletten. Die Becken fanden sich unter dem Toilettenraum in der Schmutzwasser- grube. hier gab es insgesamt 4 Toiletten. An der Wand gegenüber waren Urinale befestigt.

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Der Waschraum. In ihm befanden sich Waschbecken an den Wänden (wohl aus Edelstahl) und darüber Spiegel. Warmwasser wurde von einem 100 Liter Boiler bereit gestellt. Duschen gab es keine.

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Im Gegensatz zum Obergeschoß, in dem sich  Bereitschafträume für die nicht aktiven Soldaten befanden, waren im Untergeschoß die Ruheräume der Werksbesatzung. Diese beiden Räume wurden originalgetreu restauriert. Wo sich keine original Einrichtungsgegenstände mehr fanden, wurden sie als exakte Kopie nachgebaut.


Der Notausstieg im Ruheraum.

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Ein HES 2,4 (Heeres-Einheits-Schutzlüfter mit einer Förderleistung von 2,4 m³/Min). In den B-Werken war ein elektrischer Betrieb vorgesehen, die Lüfter konnten aber auch manuell mit einer Kurbel betätigt werden. Sie waren nur für den Notfall gedacht (im Gegensatz zu den normalen Bunkern) da die Belüftung zentral erfolgte.

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Die Küche. Hier waren die Vereinsmitglieder bei meinem Besuch am werkeln (denen ich hoffentlich nicht zu sehr im Weg stand :-) ). Ein Spülbecken und ein Kochtopf (der original Kochtopf der hier eingebaut war!) warten auf ihre Montage. Die Küche war mit elektrischen Geräten bestückt und konnte 90 Personen versorgen.

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Hier ein aktuelleres Bild der Küche vom 24.2.2007, welches den Fortschritt der Arbeiten dokumentiert. Man erkennt einen der Kochkessel und ein Waschbecken.

(Foto: Johannes Dräger)

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Die Küche am 30.3.2008 als Panoramaaufnahme.

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Der Vorratsraum der Küche. Im Rechteck in der Bildmitte unten wurde ein Teil der Wand im original Zustand konserviert. An den hellen Flecken ist die neue Farbe abgeplatzt da sich Salpeter aus der Wand gedrückt hatte. Dies ist nur ein Problem von vielen bei der Restaurierung der Anlage. Die Vorräte wurden auf Holzregalen gelagert und reichten für 90 Personen 4 Wochen lang.

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Der Vorratsraum am 30.3.2008 als Panoramaaufnahme.

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Der Flur im Untergeschoß

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Blick in den ehemaligen Raum für die Kraftstoffvorräte. Er wird als Werkstatt genutzt. Hier konnten 17.000 Liter Kraftstoff gelagert werden, welcher mit einer Handpumpe in den Maschinenraum gepumpt werden konnte. Im Maschinenraum wurde nur der Tagesbedarf bevorratet.

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Das Geschäftszimmer. Dies ist der zweite Raum im Werk an dessen Wänden sich  ornamentartige Verzierungen mit Silberfarbe finden. Letztendlich ist die Verwendung dieses Raumes aber noch nicht endgültig geklärt.

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Der Flur vor den Ruheräumen und dem Munitionsraum. Dieses Flurstück konnte mit einer Türe gegen den Hauptflur verschlossen werden, um einen zusätzlichen Schutz zu gewährleisten.

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Der Munitionsraum im Untergeschoß. Hier wurde die Munition für die Maschinen- gewehre und die Handfeuerwaffen gelagert.


Hier haben sich Reste der vollautomatischen Feuerlöschanlage erhalten. Sie trat ab einer  Temperatur von 70° in Aktion.

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Der Sanitätsraum. Hier erkennt man gut, dass die meisten Räume Schiebetüren hatten.


Es gab 6 Klappbetten und vermutlich einen behelfsmäßigen OP-Tisch zur Erstversorgung verwundeter Soldaten. Hier waren die Wände mit einer Art Bordüre freundlicher gestaltet.

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Die beiden Ruheräume sollen im Zustand nach der Trockenlegung erhalten werden um den "Zahn der Zeit" zu dokumentieren. Hier finden sich Tafeln, welche mit einem regionalen Bezug das Leid der Zivilbevölkerung unter der Nazidiktatur dokumentieren


In den Ruheräumen schliefen bis zu 18 Soldaten in 3 Betten übereinander. Bei Nichtgebrauch konnte sie hochgeklappt werden.

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Hier ereignete sich das Munitionsunglück von 1947, bei dem 2 Männer durch eine Granatenexplosion starben. Eine deutscher Arbeitstrupp war offiziell damit beauftragt, Eisenteile aus dem Werk zu schaffen. Zwei Arbeiter hantierten dabei mit einer Granate des M 19, wobei  es zu einer Explosion kam. In dem Ermittlungsbericht heißt es, dass eine Lüfterkurbel neben dem verunglückten W. gefunden wurde. Wie es zu der Explosion kam liegt im Reich der Spekulationen Die Folgen sind aber deutlich zu erkennen.

 


Die Zerstörungen an Wänden und Böden zeugen von der Wucht der Explosion. Beide Männer war sofort tot. Einer wurde dabei in 2 Hälften zerteilte, der andere  von Splittern durchsiebt. Der Explosionsdruck riss die Männer die sich bereits im Obergeschoss vor dem Eingang befanden von den Beinen, wobei einer eine Kopfverletzung davontrug.

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Der Raum am 30.3.2008 mit Informationstafeln über Tote in der Bevölkerung

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Der Maschinen- und Lüftungsraum.


Die Sockel für die beiden 38 PS Vierzylinder Viertakt Dieselmotoren. Neben der Stromerzeugung dienten sie als Heizung, in dem sie durch ihre Abwärme die angesaugte Frischluft auf 50° erwärmten, die dann ins Werk geleitet wurde. Hier steht noch der Kochkessel der Küche.


Im oberen Teil des Raumes, der einen Blechboden auf Stahlträgern hatte, waren die Luftfilter untergebracht. Heute beeindruckt er durch seine Höhe.


Eine der original Siemens Armaturen. Sie sollen wieder ihren Platz an den Wänden finden.


Ganz links erkennt man das Dehnungsrohr der Abgasanlage der Aggregate, daneben seinen Anschlussflansch.


Der Notausstieg im Maschinenraum. darüber läuft das Abgasrohr der Generatoren, man erkennt die Dehnstelle.


 

1    Fallgrube
2    Entgiftungsnische
3    Hauptschleuse
4    Maschinen- und Filterraum
5    Wache
6    Bereitschaftsraum
7    Flammenwerferraum
8    Bereitschaftsraum
9    Eingangsverteidigung
10  Granatwerfervorraum
11  Maschinengranatwerfer
12  Flur
13   Bereitschaftsraum
14   Sechsschartenpanzerturm
15   Treppenhaus
16   Bereitschaftsraum
17   Raum für Stabsoffiziere
18   Führerraum
19   Beobachtungsraum
20   Nachrichtenraum
21   Vorratsraum M19
22   Bereitschaftsraum
23   Sechsschartenpanzerturm

Der rechte Eingang zum Panzerwerk (Panzertür 432P01, 520 Kg), die Türe hat eine Höhe von 1,10 Metern. Teile des Rahmens mussten erneuert werden. Das Werk verfügte über 2 identische Eingänge.

Die rechte Gewehrscharte (48 P8, 250 Kg), welche die Verteidigung der Entgiftungs-nische und der Fallgrube bzw. des Eingangs von innen ermöglichte.

Die Falltüre (99P9, 2,2 Tonnen) ist hier heruntergelassen zu sehen und überdeckt die Fallgrube. Die Falltüre ist mit einem Gegengewicht ausgestattet. Hochgeklappt kann die Entgiftungsnische und die Fallgrube zusätzlich durch eine Scharte in der Falltüre verteidigt werden. Die Falltüre hinter dem zweiten Eingang fehlt. Darum kann dort von innen in die Fallgrube gesehen werden (nächstes Bild). Hochgeklappt dient die Falltür als Abschluss der Gasschleuse. Im Hintergrund sieht man in die Entgiftungsnische. Dort konnte verseuchte Kleidung in einer Tonne abgelegt werden.

Blick in die Fallgrube, sie ist 3,30 Meter tief

Die Hauptschleuse. Sie konnte vom Hauptflur aus durch eine Gewehrscharte gesichert werden. und erfüllte den Zweck einer Gasschleuse.

An die Hauptschleuse schließt die Wache an. Von hier aus konnte der linke Eingang von innen verteidigt werden. Die Scharte war mit einer Schartenplatte 48P8 und einem Schiebeverschluss versehen. Links davon sieht man die Sprechverbindung zum Raum der Flankierungsanlage.



Im Flammenwerferraum, blick zur Türe.
Das Führungsrohr 420P9 des Flammenwerfer.

Bereitschaftsraum vor der Flankierungs- anlage. Rechts erkennt man Bettrahmen und links befindet sich ein HES Lüfter. Die Exponate sollen die 60 Jahre zeigen, die Zeit Kriegsende vergangen sind, oder in welchem Zustand sich ein Helm nach nach Jahrzehnten im Boden befindet.

Panoramaaufnahme des Bereitschafts-raums vom 30.3.2008.


Die Flankierungsanlage zur Verteidigung des Eingangshofes hatte eine Scharten-platte 7P7 (10 cm). Die grundsätzliche Bewaffnung der Westwallbunker war das MG 08, da es für das Feldheer veraltet und zu schwer war, wurde es systematisch durch das MG 34 ersetzt. Die freiwerdenden MG 08 wurden (ortsfest) in die Westwallbunker eingebaut. Für die Schartenlafette 08 gab es wahlweise die Gewehrträger 08, 34, 26 (t) und 37 (t). So stellte man ein problemloses Umrüsten der Bewaffnung sicher.

 


Scharte mit Schießtisch, links von der MG-Scharte ist ein Sehschlitz zur Beobachtung zu erkennen.


Links neben dem Schießtisch befinden sich die Sprechverbindungen zur Wache und zum Bereitschaftsraum. Dabei handelt es sich nur um Rohre die den Schall weiterleiten, um eine Kommunikation auch bei einem Stromausfall zu ermöglichen.


Die Rückwand des Flankierungsraums. Der dunkle Kreis an der Wand sollte es wohl erschweren, eine geöffnete Scharte zu erkennen. Dies ist aber noch nicht endgültig geklärt.


Blick aus der MG-Scharte.

Der Vorraum des Maschinen- granatwerfers. Hier wurden die Granaten in die Rahmen gesetzt, damit sie dem Granatwerfer zugeführt werden konnten.  Rechts ist die Türe zum Granatwerferraum.

Blick in die Glocke für den M 19 Granatwerfer

Der Flur im Obergeschoss.

Bereitschaftraum vor dem Sechs- schartenturm. Links an der Wand stehen Teile der Plattform.


Blick aus dem Turm in den Bereitschafts- raum.

Die Panzerkuppel 20P7. Sehr gut erhalten ist die farbliche Kennzeichnung der 6 Scharten. Bei Gefechtstätigkeit herrschen im Turm minimal Lichtverhältnisse (ca. 10 Watt). So dienen die farblichen Markierungen zur schnelleren Erkennen der Grobeinteilung des Teilkreises (je 1000 Strich farbliche Unterscheidung)

Der Raum für Stabsoffiziere. Er war vergleichsweise "luxuriös" eingerichtet, die Wände waren ansprechend gestaltet, es gab ein eigenes Waschbecken und es befanden sich nur zwei Betten in dem Raum.


Es gab eine Durchreiche vom Raum für Stabsoffiziere zum Führerraum und von dort zum Nachrichtenraum. So konnte der Werkskommandant eintreffende Nachrichten vorsortieren.


Der Raum für Stabsoffiziere war zusammen mit dem Geschäftszimmer der einzige Raum, der durch Verzierungen an den Wänden gemütlicher gestaltet wurde.

Panoramaaufnahme des Raum für Stabsoffiziere vom 30.3.2008.


Der Führerraum. Rechts und links erkennt man die Durchreichen. Die Türe führt zum Beobachtungsraum.

Blick in die Beobachtungsglocke 90P9. Die Plattform ist noch vorhanden. Es konnte von der Glocke aus durch fünf Schlitze mit zwei Panzerwinkelfernrohren beobachtet werden. Von hier aus erfolgte die Feuerleitung für dem Flammenwerfer und den Granatwerfer.

Der Nachrichtenraum. Hier befand sich eine Steckvermittlung, ein sog. „großer Klappenschrank“ und es mündeten 3 Erdkabelleitungen des Festungsfern-sprechernetzes sowie vermutlich ein Anschluss an das Postnetz der Reichspost.


Panoramaaufnahme des Nachrichten-
raum
vom 30.2.3008


In den meisten Räumen gab es Alarmwecker die der Alarmierung der Werksbesatzung dienten.

Der Bereitschaftsraum vor dem rechten Sechsschartenturm. Im Eck sieht man eine Niedergangsklappe 67P9 (55 kg) zum Untergeschoss.

Blick aus dem Turm in den Bereitschafts- raum.


Die Panzerkuppel. Das Innere befindet sich in einem schlechteren Zustand wie die linke Kuppel. Sie ist geschwärzt vom Russ der Verpuffung von 1946.

Ein Tag mit dem Kampfmittelräumdienst (KMRD)

Ich war immer der Überzeugung, dass Munition und Minen des Krieges geräumt wurden und das man "nicht einfach mal so zufällig" über explosionsfähige Hinterlassenschaften der Kämpfe am Westwall stolpert. Fliegerbomben in Ludwigshafen oder Mannheim die bei Bauarbeiten zum Vorschein kommen "ja", aber Personenminen oder Mörsergranaten die im Wald liegen???  Nun, ich wurde eines Besseren belehrt. Meinen ersten Fund dieser Art machte ich am 20.3.2006 bei der Exkursion zu einem RB 515. Der Bunker liegt gut versteckt in einem dicht bewachsenen Steilhang im Pfälzer Wald in der Nähe des Ortes Niederschlettenbach und ist noch in einem guten Zustand. Beim begutachten des Eingangshofes sehe ich etwas auf dem Boden liegen, was auf den ersten Blick an den Ölfilter eines Autos erinnerte und ehe ich mich versah, hatte ich das Teil auch schon in der Hand. Mächtig erschrocken bin ich dann über das Gewicht des erwarteten Ölfilters und mir wurde klar, dass es ein solcher sicherlich nicht ist (die optische Ähnlichkeit  war jetzt auch verflogen). Noch mit den plötzlich sprudelnden Horrorszenarien kämpfend (und der Frage fortwerfen oder hinstellen), habe ich mich dann doch für Zweiteres entschieden und das Ding vorsichtig wieder hingestellt. Jetzt erstmal ein paar Meter entfernen und durchatmen ... puuh, nix passiert. Nach einiger Zeit kam dann die Neugierde zurück, es müssen zumindest ein paar Fotos gemacht werden, um herauszufinden was das Teil wirklich ist (vielleicht bin ich ja ganz um sonst erschrocken...), also noch mal vorsichtig genähert und mit der Kamera drauf gehalten. Die weiteren Ereignisse stellte sich in Kurzform so dar: am nächsten Tag ins Forum gestellt, am morgen darauf Anruf von Georg bekommen (dem an dieser Stelle meinen Dank), "habe mit einem Bekannten vom KMRD gesprochen, du hast da wirklich eine Mine gefunden", nochmals sehr erschrocken (hatte das Ding ja in der Hand...) und dann selbst den zuständigen KMRD in Worms angerufen.
Am nächsten Tag war ich dann mit den Jungs vom KMRD verabredet um ihnen die Stelle zu zeigen wo ich die Mine gefunden habe. Hier nun einige Fotos der Aktion.

Bitte beachtet die Hinweise am Ende der Bilderreihe  > springen

Der KMRD rückt mit einem grünen VW Bus an. Treffpunkt war die Raststätte Weinstraße an der A 65 bei Edenkoben, dann ging es in den Pfälzer Wald

Nach einer kurzen Irrfahrt über  Waldwege (zu Fuß schaut das immer anders aus...) haben wir den Hang gefunden in dem der Bunker liegt. Auf dem Weg den Hang hinunter wurde schon fleißig gesucht. Der orangene  Eimer wird nachher die Mine aufnehmen.

Die passive Sonde des KMRD im Einsatz, Kostenpunkt 5000 Euro pro Stück.

Hier  hat es gefiept, mit der Spitzhacke wird vorsichtig der Boden geöffnet um zu schauen, was da liegt.

Was gefunden; es war nur Draht. Das wird noch öfter passieren

Am Bunker angekommen wird die Mine "geborgen" und auch vom KMRD fotografiert.

Die Schützenmine 35...

...kann - Gott sein Dank - nicht mehr explodieren und wird stolz präsentiert...

...sehr stolz

Die Schützenmine 35 der Wehrmacht. Sie wurde im Boden vergraben. Tritt jemand darauf zündet zuerst eine Treibladung und katapultiert die Mine 1 Meter in die Höhe, dann zündet die eigentliche Mine und verstreut in einem Umkreis von 100 Metern Stahlkugeln und Spliter ... sehr unangenehm wenn man sich dort aufhält.

Danke an Claus Funke für das Bild und die Genehmigung zur Veröffentlichung

http://www.bombex.de

Die Mine ist "im Eimer", es wird weiter gesucht...

...und gesucht. Gefunden haben die Jungs vom KMRD außer viel Draht nur noch das Leitwerk einer Bombe.

Dieser Baum bekam einiges ab bei der Sprengung des Bunkers..

Es war aber keine Metall, sondern nur Betonsplitter.

Danke an die "Jungs" vom KMRD Worms für die Erlaubnis zu  fotografieren.

Wichtige Hinweise, bitte lesen:

1. Der Text ist hier sehr locker verfasst, soll aber nicht über die Gefahr hinweg täuschen. Ob Munition noch explodieren kann, erkennt nur der Profi, besonders Halbwissen ist hier sehr gefährlich. Wer Munition findet sollte den Wahlspruch des KMRD beherzigen "Nicht anfassen, anrufen, wir räumen kostenlos". Die Telefonnummern des zuständigen KMRD findet ihr hier oder erfahrt ihr bei der Feuerwehr (112) oder Polizei (110).

2. Wie kommt die Mine dort hin wo ich sie gefunden habe? Nun, sicherlich ist sie ein Überrest der Sprengung des Bunkers durch die Franzosen nach dem Krieg. Die Bunker wurden mit Munition voll gepackt und diese dann gezündet. Dabei zündete bei der gefundenen Mine nur die Treibladung und nicht die ganze Mine. Durch die Sprengung flog sie aus dem Bunker hinaus und lag 60 Jahre im Boden. Gefunden habe ich sie aber nicht im Boden sondern im Bunkerhof. Wie kam sie nun dort hin? Deutlich zu erkenne war, daß Sondengänger im Umfeld des Bunkers gegraben haben. Sie haben die Mine ausgegraben und dann in den Bunkerhof gelegt. Warum? Das suchen mit Sonden ist verboten, da setzt sich keiner in die Nesseln und informiert selbst den KMRD um dann in Erklärungsnot zu kommen.

Liebe Sondengänger: Wenn es (einigen von Euch) Spaß macht nach Munition zu graben ist das sicherlich Eure Sache, so lange Ihr dabei nur Euch selbst in Gefahr bringt. Aber: Eure Munitionsfunde an prägnante Stellen liegen lassen damit sie andere finden, dass geht überhaupt nicht. Überlegt Euch, das Zeug hätten auch spielende Kinder finden können ... bumm!

 

B-Werk Besseringen - Panzerwerk des Westwall

In Besseringen bei Merzig im Saarland hat sich das einzige von ehemals 32 B-Werk des Westwalls erhalten, welches noch über eine unbeschädigte Bausubstanz verfügt und in das noch alle Waffenkuppeln eingebaut sind. Es entging der Schleifung des Westwalls nach dem 2. Weltkrieg. Nach der Eroberung durch amerikanische Soldaten entfernten diese  Waffen, Optiken und Fernsprecheinrichtungen. Die Zivilbevölkerung suchte in der Nachkriegszeit im Werk nach Nahrung, bevor die "Schrotthändler und Häuslebauer" das Werk um verwertbare Einbauteile und  Gegenständen erleichterte. Danach kamen die Franzosen, welche die allerletzten Teile sowie Munitionsreste aus dem Werk entfernten, um es zur Sprengung vorzubereiten, zu der es nicht mehr kam. Bis 1980 stand das Werk offen, das Gelände wurde von der Stadt Merzig als Grünschnitthalde benutzt. Über die Jahre verschwand das Wissen um das Werk, bis die Reservistenkameradschaft Merzig auf der Suche nach einem Vereinsheim auf den Bunker aufmerksam wurde. Ab 1997 begannen die Kameraden mit der Freilegung des Werks unter der Leitung von Walter Engel. Seit 2002 wird das Werk vom Verein für Heimatkunde der Stadt Merzig betreut und zusammen mit dem staatlichen Konservator zum Mahnmal und Westwallmuseum ausgebaut. Das Werk steht unter Denkmalschutz.
Ich hatte das Glück, dass ich das Werk außerhalb der normalen Besucherzeiten besichtigen konnte. Egon Scholl vom Verein für Heimatkunde nahm sich Zeit, mir alles zu erklären und zu zeigen. Darum an dieser Stelle mein Dank an Herrn Scholl und die anwesenden Vereinsmitglieder für die vielen Informationen und die Zeit, die sie für mich aufbrachten. Ich wünsche Ihnen alles Gute für ihr Projekt.

Mein persönlicher Eindruck: Die Atmosphäre im Werk ist sehr bedrückend. Wer sich durch die 1,10 hohe Eingangstüre gequetscht hat, trifft auf die von Russ geschwärzten Wände, verursacht durch eine Verpuffung von Flammöldämpfen (später mehr), die Enge ist erdrückend, die kahlen Wände mit Resten von Kabeln, Rohren und Halterungen dokumentieren den Zahn der Zeit, der hier viele Jahre nagte, und wirken wie ein Synonym für das Vergessen der Leiden des Krieges. Hier werden Gefühle lebendig, und das ist gut so.
Ich hoffe es wird nicht zu viel restauriert. Die Teile des Werkes an denen man den Verfall sieht, waren die eindrücklichsten .

Zahlen und Fakten

Maße:

24,60 x 17,80 Meter
Höhe: ca. 10 Meter, davon 2/3 im Boden
Räume: 44     
Stockwerke: 2 1/2
Geschosshöhe: 2,50 Meter

Baumaterial:

Kubische Bewährung mit 12 Millimeter Rundstahl, Maschenabstand 20 Zentimeter

Betonvolumen: 2800 cbm
Zement: 1120 Tonnen
Sand und Kies: 5400 Tonnen
Baustahl: 200 Tonnen

Baubeginn: Frühjahr 1938
Abnahme der Maschinen: 20. Dezember 1939

 

 

 

 

 

 

Panzerungsteile und Waffen

Sechsschartentürme 20P7 2x
Panzerglocken aus Stahlguss
Gesamthöhe: 2,64 Meter
Höhe über Betondecke: 1,34 Meter Innendurchmesser: 2,25 Meter
Wandstärke: 225 Millimeter 
Gewicht: 51 Tonnen

Bewaffnung mit 2x MG 34 auf Schartenlafette 34
Kaliber: 7,92 Millimeter
Schussweite (max.): 3100 Meter Schussweite (wirksam): 1650 Meter

Beobachtung mit 1 Zentralem Panzer-Rundblickfernrohr (Periskop) und  3 Panzer-Beobachtungswinkelfernrohren mit 150° Beobachtungswinkel

Zielrichtung mit Teilkreisskalen an den Innenwänden mit 6400 Stricheinteilungen, unterteilter Richtkreis auf einem Ring an der Decke.

 

 



Granatwerferturm 49P8
Panzerturm aus Stahlguss
Gesamthöhe: 2,63 Meter
Höhe über Betondecke: 0,50 Meter Innendurchmesser oben: 1,70 Meter
unten: 2,00 Meter
Wandstärke: 250 Millimeter
Gewicht ohne Einbauteile: 26 Tonnen
mit Einbauteilen: 39 Tonnen
Gewicht der Kuppel: 63 Tonnen
mit Sockelring: 114 Tonnen

Maschinengranatwerfer M19
Kaliber: 5 Zentimeter Feuergeschwindigkeit (theoretisch):       120 Schuss/Minute   
Munitionsrahmen zu 6 Granaten
Einzel- und Dauerfeuer
Reichweite: 20-600 Meter
Bedienung: 6 Mann

Kleinstglocke 90P9
Beobachtungsglocke, Feuerleitstand für Granatwerfer und Flammenwerfer

Gesamthöhe: 1,60 Meter
Höhe über Betondecke: 0,65 Meter Außendurchmesser (max.): 1,00 Meter Wandstärke 120 Millimeter
Gewicht: 6 Tonnen
Beobachtung durch 5 Sehschlitze          (5x25 Zentimeter) 
2 Panzer Beobachtungswinkelfernrohre

 

 

Festungsflammenwerfer FN
Reichweite: 40 Meter
Dauer (max.): 90 Sekunden
Verbrauch: 120 Liter Flammöl
Druck: 20 atü
Zündung: Azetylen
Füllung des Druckkessel: 2 Minuten
Vorratsbehälter: 2500 Liter Flammöl
Steuerung elektrisch und manuell möglich
Stahlring für FN-Gerät 420 P9
Gewicht 2,5 Tonnen

Die Technik

Generatoren und Elektrik
2 wassergekühlte 38 PS Vierzylinder-Viertakt-Dieselmotoren

2 Drehstromgeneratoren, dreiphasiger Wechselstrom 380 V, damit direkte Versorgung von Elektromotoren, Warmwasserbereitung, Kochkessel und Heizplatten; 220 Volt für Hauptbeleuchtung; 24 Volt aus Accumulatoren für Not- beleuchtung, Beleuchtung der Kampfräume und Optiken, Nachrichten- und Kommunikationsanlagen (nochmals eigenes Netz).

 

 

Lüftung und Gasschutz
Wie alle Anlagen des Westwalls waren die B-Werke gasdicht. Besonderheit der B-Werke war aber die zentrale Lüftung der Anlagen. Im Detail stellt sich die Belüftung wie folgt dar: Ein Zentrallüfter (40 m³/Min) saugte im Maschinenraum die Außenluft an. Vor dem Zentrallüfter waren 4 Raumfilter parallel geschaltet, welche die Luft filterten. Die Luft konnte bei Bedarf erwärmt werden. Die Filter hatten 2 Stufen, einen Schwebstofffilter und einen Aktivkohlefilter. Die Filter hatten einen Durchmesser von 0,70 Metern und eine Höhe von 1,20 Metern. Es bestand die Möglichkeit die Filter wieder "aufzufrischen", in dem der Luftstrom umgekehrt, auf 55° erwärmt und wieder durch die Filter geblasen wurde. Für den Notfall befanden sich in allen Räumen Handlüfter (HES 1,2 oder 2,4). Es gab Belüftungszellen, diese wurden getrennt belüftet und waren untereinander gasdicht abgeschlossen. Die Entlüftung erfolgte per Überdruckventile (Dräger).

Nachrichtenanlage
Im Nachrichtenraum erfolgte die Fernsprechvermittlung über eine Steckvermittlung. Das Werk war über 3 Erdkabel an das Festungsfernsprechnetz angeschlossen und vermutlich auch an das öffentliche Postnetz. im Werk erfolgte die Kommunikation über Linienfeldsprecher zwischen den Waffentürmen und den Bereitschftsräumen. Die Alarmierung der Werksbesatzung erfolgte über Alarmwecker. An beiden Eingängen befand sich eine Türeinlassanlage und eine Türverschlusskontrollanzeige. Ferner gab es Sprachrohrverbindungen zwischen einzelnen Räumen, so zwischen der Eingangsverteidigung und der Wache.



Wasserversorgung
Das Werk verfügte über einen eigenen Tiefbrunnen. Eine elektrische Pumpe förderte das Wasser aus dem Brunnen und eine Kreiselpumpe befüllte einen Druckbehälter, der den Systemdruck herstellte. Wasserentnahmestellen gab es in der Küche, Sanitätsraum, Maschinenraum, Waschraum, Toilette, den Fluren und im "Führerraum". Das Abwasser sammelte sich in einer Grube unter dem Wasch- und Toilettenraum, von wo es mittels einer Abwasserhebeanlage (Hölscheranlage) durch einen Kompressor und einen Druckkessel periodisch nach außen befördert wird. Die Hölscheranlage ist die einzige technische Einrichtung, die nach dem Krieg nicht ausgebaut wurde und somit noch im original erhalten ist.

 

Improvisierter Beobachter

Für den effektiven nutzen einer Verteidigungslinie ist es sehr wichtig, das Vorfeld beobachten zu können. Die Soldaten mussten wissen, wann und von wo der Feind kommt, um sich auf die Verteidigung einstellen zu können. Dies betraf einmal die Bunkerbesatzung selbst, den Soldat in den Feldstellungen sowie die Artillerie im rückwärtigen Bereich. Viele Waffen werden abgefeuert, ohne das der Soldat das Ziel selbst sieht. Das trifft insbesondere für die Artillerie zu, die meist hinter der eigentlichen Frontlinie stationiert ist und über die eigenen Truppen schießt. Um die Geschütze zu richten, braucht der Richtschütze die Informationen des Artilleriebeobachter, welcher die Möglichkeit hat, das Gefechtsfeld einzusehen. Seine Informationen gibt er per Feldkabel an die Artilleriestellungen weiter. Neben Speziellen Bunker, die nur zum Zweck der Artilleriebeobachtung gebaut wurden, gab es in den Kampfbunkern oft die Möglichkeit, durch Optiken in der Decke zu beobachten. Sie funktionierten wie die Periskope von U-Booten. Weiter gab es Scherenfernrohre die feldmäßig eingesetzte werden konnten, oder z. B. im RB 509 (behelfsmäßiger Artilleriebeobachter) durch eine normale, schräg aufgesetzte Panzerplatte 7P7 zum Einsatz kamen [mehr]. Eine weitere Möglichkeit waren spezielle Beobachtungsglocken mit Schlitzen. Dort konnte direkt oder auch durch eine Winkeloptik beobachtet werden. Sie dienten, wenn in Kampfbunker zusätzlich verbaut, meist der Feuerleitung für das MGs, oder, wie in den B-Werken, der Leitung des Granat- und Flammenwerfers [mehr]. Häufig wurden allerdings nur feldmäßige Beobachter errichtet. Dabei konnte es sich um Holztürme handeln, oder es wurde  zur besseren Tarnung versucht, Beobachtungsstellungen ins Gelände zu integrieren. Eine Besonderheit ist der hier vorgestellte Beobachter, der in einen Felsen integriert wurde. Eine Spalte im Felsen wurde lediglich mit einer Scharte ausbetoniert. Wahrscheinlich wurde der Beton noch zusätzlich mit Grünzeug oder ähnlichem getarnt, und war so für den Feind praktisch nicht zu entdecken.

> Bilder lassen sich durch klicken vergrößern <

Die in den Felsspalt einbetonierte Scharte

 

 

 

Der rückwärtige Bereich. Der Soldat konnte von hier nur im liegen, bestenfalls im sitzen beobachten.

 

Als Unterstand diente eine natürliche Höhle im Fels, die erweitert und mit Beton gesichert wurde. Von innen war sie mit Dachpappe ausgekleidet um das Eindringen von Wasser zu verhindern.

 

 

 

 

Danke an Dr. Klaus Backes.